Mit Bus und Bahn

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…stimmt in unserem Fall nicht ganz. Wir haben beschlossen die Bahn in diesem Urlaub links liegen zu lassen und uns auf den Bus zu konzentrieren. Ich habe beschlossen und mein bemitleidenswertes Kind hat es mit mir durchleben müssen. Allerdings mit einem Lächeln, denn das was wir an Differenz zwischen Bahn und Buspreis gespart haben (immerhin satte 100 Euro) hatte ich versprochen beim Urlaubsort mit ihr für lauter unnützes Zeug auszugeben. Gesagt getan und das Kind lächelt immer noch, obwohl wir mittlerweile auf dem Heimweg sind. Über die Busfahrt lässt sich sagen: Insgesamt sind wir zufrieden gewesen. Statt fünfeinhalb Stunden Fahrt, die wir mit der Bahn unterwegs gewesen wären, waren wir zwei Stunden länger unterwegs (das hat mich nicht weiter erschüttert, bei der Bahn passierte es höchst selten, dass die angegebene Fahrtzeit eingehalten wurde). Ich erinnere mich an diverse Fahrten mit dem Unternehmen Zukunft, bei denen ich statt vier, unerfreuliche sechs Stunden unterwegs war. Nicht nur einmal. Häufig durfte ich dabei auf dem Boden sitzen, denn es gab, zum Bedauern des Zugbegleiters leider nicht den Waggon, in dem mein teuer bezahlter Sitzplatz reserviert war. Hier im Bus ist alles wie gewünscht. Sitzplatz, Strom und WLAN und alles pünktlich. Ein entzückender Busfahrer, der eine Ansprache zu Beginn der Reise hält und die Mitreisenden männlichen Geschlechts dazu auffordert sich sitzend ihres Harndrangs zu erleichtern, aus Rücksicht auf die anwesenden Frauen. Er nennt hierfür mehrere Gründe, die ich an dieser Stelle nicht erläutern will, aber für durchaus nachvollziehbar halte. Ein kleiner Wermutstropfen: Man kann sich die Leute im Bus, die vor, neben oder hinter einem sitzen genauso wenig aussuchen wie bei der Fahrt mit der Bahn. Gerade hat die vor mir sitzende Frau blitzschnell ihrem etwa vierzehnjährigen Sohn ungefragt den Zeigefinder ins Ohr gesteckt, um dieses zu säubern. Ein entrüstetes „Mama“, aber zu spät. Das Ohr war sauber, Mamas Finger nicht. Beim Feedback an die Buslinie werde ich das als Vorschlag für die Erweiterung der Antrittsrede des Busfahrers unterbreiten. Ansonsten: Liebe Bahn, es tut mir sehr leid, aber ich trenne mich von dir. Such dir jemand anderen, den du mit reservierten Sitzplätzen, die es nicht gibt, quälen kannst. Bring andere mit deinen Verspätungen zur Weißglut. Ich will nicht mehr. Ich will in Zukunft nur noch: Bus und Bus!

Ein Gedanke zu „Mit Bus und Bahn

  1. rurblog

    Super schön geschrieben und obendrein noch ein guter Tipp. Denn bald findet wieder der Podcasterworkshop in Berlin statt. Beim letzten Mal habe ich mit der BAHN die erste Abendveranstaltung verpasst. Der Zug kam mit 3 Stunden Verspätung an. Eine rüde Stimme befahl uns in einem Bahnhof, dessen Namen ich bis heute nicht weiß, dass wir den Intercity wegen eines technischen Defekts verlassen mussten. Eine Alternative nannte er nicht. Mein Ticket galt aber nur für diesen konkreten Zug (Frühbucherrabatt). Komischerweise blieben alle Fahrgäste sitzen und siehe da. Nach 5 Minuten setzte sich der ICE in Bewegung. Wahrscheinlich würde ich noch heute im Niemandsland stehen und auf einen Anschlusszug warten und die Preisdifferenz kommt hin. Und noch etwas. Die Toiletten der Zukunftsbahn mag man weder als Frau noch als Mann im Sitzen nutzen.

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