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Krankenhaus, Ärzte, Versicherungen und Co.

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Unfreiwillig wurde ich Hauptdarsteller meiner eigenen Krankenhaus-Ärzte-Soap. Hätte ich die Wahl gehabt, ich hätte weggezappt. Aber mir blieb keine Wahl.

Angefangen bei Szenen in und um das Krankenhaus des persönlichen Schreckens herum, befinde ich mich in der Soap-Geschichte mittlerweile auf Höhe der Folge:

Ärzte und Versicherungen

Da finden Dialoge (in meinem Fall am Telefon) statt, für die sich Drehbuchautoren zu schade wären:

Patientin (P): Guten Tag, ich möchte gerne den Bericht meiner Abschlussuntersuchung für meinen Hausarzt anfordern.

Sekretärin des Chefarztes (S): Aber den haben Sie bei Ihrer Entlassung bekommen.

P: Ich war zu einer späteren Nachuntersuchung, drei Wochen nach meiner Entlassung beim Chefarzt. Davon existiert ein Bericht, den hätte ich gern. Allerdings kann es sein, dass es zwei Berichte gibt. Morgens war ich zur CT Untersuchung in der radiologischen Praxis. Der dortige Arzt hatte mir das Laufen verboten. Als ich nachmittags beim Chefarzt Dr. XY war, sagte der mir das Gegenteil. Diese mündlich ausgesprochene Interpretation des Röntgenbildes, die hätte mein Hausarzt gerne schriftlich.

S: (schweigt und raschelt – ich vermute mit meiner Akte): Ja, hier ist ein Bericht…Sie dürfen nach und nach mehr belasten…da haben sie Dr. XY sicher falsch verstanden…

P (kochend vor Wut): Nein habe ich nicht! Ihr Chef sagte: Einer Vollbelastung steht nichts im Wege. DAS hätte ich gerne schriftlich. Den anderen Bericht brauche ich nicht. Und ich war nicht allein, meine Begleitung hat das auch so verstanden. Und auf Nachfragen, erklärte ihr Chef noch, dass Röntgenbilder lesen und interpretieren zweierlei sein… Außerdem laufe ich nun schon seit einer guten Woche…

Der Rest meiner Soap bestand aus warten und ärgern.

Warten, dass man aus der Warteschleife zum Termin machen durchgestellt wird, ohne nach zehn Minuten aus der Leitung zu fliegen. Aller Optimismus schützt nicht davor wieder und wieder aus der Leitung entfernt zu werden. Ärgern, dass man wieder und wieder Schweigepflichtsentbindungen unterschreibt, für teures Geld per Post verschickt, die einfach nicht ankommen wollen. NATÜRLICH zahlt die Krankenkasse erst, wenn sie die Akten einsehen darf. Schon doof, dass die Briefe immer verloren gehen. Doof für mich übrigens. Aber damit mir nicht langweilig wird, schickt die Krankenkasse auch gerne Briefe an mich mehrfach. Zeitversetzt versteht sich. So dass ich bis jetzt mehr als einmal den Unfall schriftlich geschildert habe. Das letzte Mal als Mail, weil auch da – oh Wunder – der Brief nicht ankam. Zum zweiten Mal wohl nicht. Davon gehe ich zumindestens aus, denn ich sehe ansonsten keinen Grund mit den gleichen Brief mehrfach zu schicken…

Wer jetzt meint, dass ich vielleicht nicht ganz bei Sinnen bin und zu doof zum Post verschicken bin, dem sei gesagt, dass ALLE anderen Briefe nach wie vor ankommen. Nur die mit der Adresse der Krankenversicherung nicht. So lange aber nicht alle Formalitäten geklärt sind, muss die Krankenkasse auch nicht zahlen…aber das ist bestimmt nur ein dummer Zufall. Dumm für mich übrigens.

Aber es gibt einen Gewinner in dieser ganzen Sache:

Die Post!!! (Trommelwirbel, Feuerwerk, Applaus)

 

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Im Krankenhaus kann es auch lustig sein …(II)

Oder: Regen und Unterarmgehstützen vertragen sich nicht

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Mein Chauffeur hält vor den Toren des herrschaftlichen Anwesens. Mit anderen Worten: Das Taxi hält vor dem Eingang des Krankenhauses, weil ich in der nahe gelegenen radiologischen Praxis einen Termin habe. Der Weg dorthin führt durch das Krankenhaus. Es regnet. In Strömen. Der Weg bis zur Tür gestaltet sich unproblematisch, weil die Gehstützen gut mit den Pflastersteinen harmonieren. Wenig Rutschgefahr ist das Ergebnis. Das ändert sich schlagartig, als ich die Tür des Krankenhauses erreiche. Es handelt sich um eine elektrisch gesteuerte Glastür, die einen Vorraum vom Außenbereich trennt. Nach diesem Vorraum ist eine identische Glastür, durch die ich den Eingangsbereich des Krankenhauses gut erkennen kann. Mit der dazugehörigen Anmeldung, hinter der eine Frau sitzt. Sie hat mich entdeckt, so wie ich sie. Ansonsten ist keine Menschenseele zu sehen. Es ist noch früh am Morgen.

Ein Blick auf den Boden des Vorraums zeigt, dass es mit der gebannten Rutschgefahr hinter der Glastür vorbei ist. Das sagt nicht nur deutlich das aufgestellte gelbe Warnhinweisschild. Ein Blick auf den Boden reicht, um zu erkennen, dass dem tatsächlich auch so ist. Der Schmutzfangteppich bedeckt leider nicht den gesamten Boden des Vorraums. Rund um ihn herum sind mehr als ein halber Meter Platz, der wetterbedingt mehr als nass ist. Während ich noch überlege, wie ich mit meinen Krücken auf den Teppich gelange, ohne den nassen Boden zu berühren und ich dabei das Gleichgewicht behalte, hat die Glastür beschlossen nicht länger zu warten und sich zu schließen. Eine meiner Krücken hindert sie daran, was nicht zum Gleichgewicht beiträgt. Unter den wachsamen Augen der Frau an der Anmeldung, schiebt sich mein Fuss, der alles darf, Stück für Stück über das nasse Linoleum. Der andere Fuss, mit der ärztlich verordneten Belastungsgrenze, versucht die entstehende Instabilität auszugleichen. Während die eine Hälfte der Unterarmgehstützen nun schon Teppich unter sich hat, ist die andere noch vor der Tür. Besagte Tür schließt und öffnet sich nach Gutdünken. Als ich beide Füße auf dem Schmutzfangteppich versammelt habe, kann ich auch die zweite Unterarmgehstütze herein holen. Jetzt sind wir schon mal im Vorraum des Krankenhauses. Ich schaue die Frau an der Rezeption an, aber ein Applaus bleibt aus. Dabei hätte ich das angemessen gefunden, schließlich hatte das Betreten des Vorraums zur Hölle fast etwas Akrobatisches. Ich schiebe den Gedanken an die Frage: „Müsste ein Krankenhaus nicht besser darauf achten, dass solche Stolper-, Sturz- und Rutschfallen durch einen passenden Schmutzfangteppich aufgefangen werden?“ weg. Denn mich trennt vom Eingangsbereich des Krankenhauses die gleiche Aufgabe: Wie überbrücke ich den nassen Teil des Innenraums ohne Sturz?

Ich mache es wie beim ersten Mal. Als ich den Innenraum des Krankenhauses erfolgreich betrete, bleibt wieder der mir zustehende Applaus aus. Ich kann mich darüber nicht wundern, denn ich stelle fest, dass nasse Unterarmgehstützen auch auf trockenem Linoleum rutschig sind. Während ich die Zähne zusammenbeiße, lächelt mich die Anmelde-Frau an und sagt: „Wo wollen Sie denn hin? Sind sie ganz alleine?“ Ich drehe mich um, so weit das meine körperlich instabile Lage zulässt, und schaue in die Leere hinter mir. Was hat sie denn erwartet? Dass aus dem Nichts noch eine Person auftaucht? Appariert oder ich aus meiner Tasche noch eine Helferlein zaubere?  Ich schaue sie an und bevor ich antworten kann fragt sie: „Schaffen Sie dass denn alleine?“

Was soll ich darauf sagen? Nein? Ja? Vielleicht? Wollten Sie mir helfen? Was ist wenn nicht? Ich versuche es mit einem: „Das muss ich wohl!“

Dann gelingt es mir mich auf die wichtigen Dinge des Lebens zu konzentrieren: Nicht ausrutschen!  Und: Gesund und heile aus dem Krankenhaus heraus kommen. Letzteres ist eine schwere Aufgabe, die volle Konzentration benötigt oder Übung.

Glücklicherweise habe ich die mittlerweile (Ironie aus).

Im Krankenhaus kann es auch lustig sein…(I)

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Wer glaubt, dass Krankenhäuser Orte des ausschließlichen Elends sind, der täuscht. Es passieren Dinge, die das Leben durchaus erfreuen. Geradezu erfrischend und erheiternd sind teilweise die Anekdoten und Dialoge, die sich zutragen. So wie dieser Dialog zwischen einer Patientin und Arzt:

Arzt: „Hallo Frau XY, sie bekommen dann heute noch eine Impfung!“

Frau XY (runzelt die Stirn): Warum bekomme ich denn noch eine Impfung? Wogegen denn?“

Arzt: „Da bei Ihnen durch den Unfall bedingt die Milz entfernt werden musste, brauchen sie eine Impfung!“

Frau XY (entsetzt und mit panisch schriller Stimme): „Wieso ist denn die Milz nicht mehr da?!!! Mir wurde doch gesagt, dass sie gerettet werden konnte!“

Arzt (runzelt nur kurz die Stirn und wirft einen Blick in die Patientenakte): „Ach, da hab ich mich vertan, natürlich haben sie ihre Milz noch. Das war ein anderer Patient!“

Frau XY: „Sind sie sicher? Brauche ich also keine Impfung?“

Arzt (lächelt): „Nein, keine Impfung!“

Von der Notwendigkeit Gefühle und Situationen zu kategorisieren

Um die richtige Musik zu finden reichte es früher aus, auf das eigene Gefühl und die Stimmung zu hören. Ein kleiner Überblick über die verschiedenen Musikrichtungen und die eigene Einstellung dazu konnten bei der Wahl hilfreich sein. 

Ich kann mich nicht erinnern erfolglos nach passender Musik-Stimmung-Verbindung gesucht zu haben. 

Heute habe ich jedoch versucht bei einem der kostenlosen Internet-Musikanbieter passende Musik zu finden. Ich war überfordert, weil ich nicht wusste in welche Kategorie ich mich einordnen sollte: Bei der einen passte die Tageszeit nicht, beim nächsten der Ort nicht??? Ich sollte mehr darüber nachdenken in welcher Stimmung ich mich gerade befinde! Und vor allem:Wo? Aber wer kann das schon?? Außerdem kommen manche Orte als Liste nicht vor. Krankenhaus suchte ich vergeblich. Schließlich habe ich blind gewählt. Augen zu und durch!

Was dabei herauskam? Der „zuhause“ Sampler. Auch wenn ich da nicht bin, könnte es nicht besser passen. Vielleicht muss man sich gar nicht über alles bewusst sein. Das Unterbewusstsein regelt das schon!