Neues vom Deich

Während es draußen immer wärmer wird und immer mehr Wattenmeerelfen am Deich ihr Sommerdomizil beziehen (der diesjährige Trend liegt bei roten Strandkörben!), müssen immer noch zu viele Elfenfamilien in den Deichhöhlen bleiben. Diese Ungerechtigkeit führt zu Unmut in der Elfenwelt des Watts. Auch wenn das Elfenministerium sich mittlerweile eingeschaltet hat, es bleibt nur politisches Flickwerk. Weit und breit ist keine Lösung in Sicht und außer der Parole „Mehr Strandkörbe für alle!“ ist bis jetzt nichts Gewinnbringendes aus dem Ministerium zu hören gewesen. Mal ehrlich, wo sollen die ganzen Strandkörbe denn hin? So ein Wattenmeerstrand ist ja auch nicht unendlich. Die norddeutsche Elfe ist momentan nicht zu beneiden. Aber Elfen wären nicht Elfen, wenn sie nicht Wege aus der Misere fänden. Viele haben den Dünen den Rücken gekehrt und haben sich auf den Weg gemacht. Weg vom Deich, rein in die Wohngebiete. Hier bevölkern einige junge Elfenfamilien mittlerweile die Gartenhäuser ahnungsloser Mitmenschen. Manche wohnen auch unter den Hundehütten. Meistens sind diese neuen Behausungen sehr angenehm (warm, trocken, ruhig), nur die Hunde leiden unter den kleinen Geschöpfen. Sie hören jedes Wort der Elfen, während die Menschen mal wieder ahnungslos in den Tag hineinleben. Die Hunde werden jedoch aufgrund des Elfenstimmengewirrs zunehmend unruhig. Dies führt zu Unsicherheiten bei Frauchen und Herrchen, was den Hund wiederum noch nervöser macht und so geht es weiter und weiter. Unruhe wird schnell zur Hysterie…den Rest erspare ich uns und vertraue auf die Vorstellungskraft eines jeden Einzelnen.
 
Einige Elfen haben es jedoch endgültig satt: Das Wattenmeer, das Wetter und den Deich. Von Ebbe und Flut mal ganz zu schweigen. Sie haben sich auf den Weg gemacht, weil ein kluger Kopf auf die Idee kam, dass es auch noch andere schöne Ecken in Deutschland geben müsse (der weite Weg nach Island schreckt viele Elfen noch ab, deshalb wird für Abhilfe momentan noch in heimischen Ecken gesucht). Ohne Gezeiten und dennoch am Wasser. Wasser muss sein, denn eine Wattenmeerelfe braucht Wasser, wenn auch nicht unbedingt Watt und Meer. Gerüchte besagen, dass mittlerweile einige auf dem Weg zur Mecklenburger Seenplatte sind. Von Dorum nach Dobbertin! Ein weiter Weg und der Kulturschock ist wohl vorprogrammiert. Braucht die Wattenmeerelfe wirklich Watt oder kommt sie auch mit Sandstrand zurecht? Was wird denn dann aus den Gummistiefeln, mit denen die kleinen Elfen quasi geboren werden? Was wenn Ebbe und Flut doch zum Lebensglück beitragen, ohne dass es jemand weiß? Vielleicht gibt es darauf Antworten? Ich werden versuchen die Lage am Deich im Auge zu behalten. Aber: Wer das alles für Quatsch hält, geht heute Abend mal zum Lauschen in den Garten, ins Gartenhäuschen oder in die Hundehütte. Vielleicht ist sie schon da: Die ausgewanderte Wattenmeerelfe!

2 Gedanken zu „Neues vom Deich

  1. rurblog

    Ich war eben im Garten – ganz leise. Auf leisen Gummistiefelsohlen schlichen einige verschreckte Geschöpfe aus dem Wald stiegen über den Zaun und versteckten sich unter unserem Hühnerstall. Da es noch nicht Schlafenszeit war, knipsten sie einige Glühwürmchen in einem Weckglas an und begannen schwermütige Wattenlieder zu singen. Wenn ich doch nur wüsste, wovon sich diese Elfengeschöpfe ernähren, so könnte ich ihnen ein Stück ihrer Schwermut mit einigen Leckereien vielleicht nehmen… So zog ich gesengten Hauptes wieder ins Haus, öffnete aber leise das Fenster zum Garten, um noch ein wenig zu lauschen.

    Antwort
    1. loulila Autor

      Heidesandkekse mögen alle Elfen!! Hab ich mir sagen lassen…
      Hoffentlich halten die angeknipsten Glühwürmchen durch!! Ich werde versuchen heraus zu finden was die Wattenmeerelfe sonst noch so mag. Hering müsste eigentlich Pflicht sein.

      Antwort

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