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Katerfrühstück

… wurde hier missverstanden.

Der Kater war wohl der Meinung, dass das verbotene Liegen auf dem Frühstückstisch ihn für die Einnahme der Mahlzeit am gleichen Tisch qualifiziere.

Die Möglichkeit, dass er sich dabei als Speise anbietet, hat er offenbar außer acht gelassen.

Gut für ihn, dass wir ihn für ungenießbar einstufen und generell keine Familienmitglieder verspeisen.

Yoga am Morgen mit Katze…

…das erdet. Zwischendurch macht der Plüsch haptisch seinem Namen alle Ehre, was zu mehr Motivation führen kann. Bei der Übung Krieger so weit zu dehnen, dass der Plüsch sich streicheln lässt. Die Katze lässt sich beim Anblick derselben ebenfalls besser ausführen. Spätestens, wenn die Hände bei der Entspannungsübung Hase auf dem plüschigen Fell ruhen, ist der Yogamorgen perfekt!

Ein Schaf auf Abwegen oder: Helden gibt es überall

Auf meiner Joggingrunde habe ich momentan eine Herde Schafe, die am Wegesrand stehen und mir beim Laufen zuschauen. Bis jetzt ging dass friedlich ab: Ich laufe einen Kilometer an der Schafweide vorbei, die Schafe grasen. Kauend blicken Sie teilnahmslos zu, wie ich versuche laufend ans Ziel zu kommen. Das obligatorische Blöken der Schafe klingt manchmal höhnisch. Eventuell liegt das an meinem Laufstil.

Heute war alles anders:

Ein Schaf blökte mehr als die übrigen Artgenossen und beim genauen Hinsehen stellte ich fest, dass sich das Tier im Zaun verheddert hatte. Zu allem Überfluss kam ein Mann mit zwei Jagdhunden auf mich zu. Nachdem ich ihn wegen seiner freilaufenden Hunde informiert hatte, nahm er sich direkt dem Schaf an. Ich musste nur auf die Hunde aufpassen. Ich kam gar nicht in die Verlegenheit selbst tätig zu werden. Emanzipation ist toll. Wenn aber die körperliche Überlegenheit in Form eines männlichen Mitmenschen tätig wird, passe ich gerne auf die zwei Jagdhunde auf.

In Null-Komma-nichts war das Schaf befreit und über den Zaun gehoben (Niemals hätte ich das Tier darüber heben können!). Helden gibt es überall – sogar vor der Haustür!

Wie verzweifelt muss Politik sein?

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Mit Entsetzen habe ich gerade in der Zeit (Ausgabe 16, 13.04.2017, Martins Gans) einen Artikel über Martin Schulz und seine vermeintliche Vorliebe für Stopfleber (Fois gras) gelesen.

Entsetzlich finde ich dabei nicht die kulinarischen Genüsse (auch wenn ich Stopfleber verabscheue), sondern das, was daraus gemacht wird. Wie verzweifelt müssen Unionspolitiker sein, wie viel Angst müssen sie haben, wenn eine Vorspeise für 25 Euro als Anlass für die Verurteilung einer vermeintlichen Lebensweise genutzt wird?

Spannend wäre es, wenn jetzt jeder Politiker (egal welcher Partei angehörig) eine monatliche Liste zusammenstellen müsste, in dem die Kosten für sogenannte „geschäftliche Essen“ aufgeführt werden. Ich bin sicher, da kämen horrende Summen zusammen. Und wenn sie schon dabei sind: Die Nachweise der Herkunft von verzehrten Fleisch- und Fisch, sowie Gemüsearten können bitte direkt dazu geheftet werden. Eine eigens eingerichtete Jury, könnte dann darüber entscheiden, ob die Essgewohnheiten der Politiker/die Politikerin moralisch einwandfrei sind und sie sich deshalb zur Wiederwahl stellen dürfen. Und wenn wir schon dabei sind: Wie sieht eigentlich das Privatleben insgesamt aus? Man könnte über den Tellerrand hinaus schauen und Politikern/Politikerinnen fragen: Wie oft haben Sie Ihre Kinder geschlagen? Ihren Ehepartner betrogen?….Denn wir haben in diesem Land und in der momentanen Weltgeschichte überhaupt keine anderen Probleme. So könnte der Eindruck entstehen. Und wenn ich nicht weiter weiß, dann kann ich immer noch den Politiker als Mensch vernichten. Was das mit Kompetenzen im politischen Bereich zu tun hat? Nichts!

Aber bleiben wir bei den Mahlzeiten. Vor ca. 25 Jahren hatte ich das große Vergnügen an einem Essen der besonderen Art teilhaben zu dürfen, das die Familie eines Landespolitikers in gehobener Stellung zu sich nahm. Ich war quasi zu einem Familienessen geladen, da ich einen Sprössling dieser Familie gut kannte.  Um es kurz zu machen: Die Rechnung war so hoch, dass ich von den Kosten gut anderthalb Monate meines Studentinnendaseins hätte bezahlen können. (Was die anwesenden Bodyguards am Nebentisch aßen weiß ich nicht, ebensowenig den Rechnungsbetrag). Mir wurde versichert, dass das üblich ist und ich mir keine Sorgen machen solle. Einen großen Teil bekäme man von der Steuer wieder! Ich wurde auch darüber aufgeklärt, dass viele politische Treffen bei Essen stattfänden. Klar ist auch, dass die nicht in der Pommessbude stattfinden. Die wenigsten Pommesbuden haben Platz für gepanzerte Limousinen.

Also befindet sich Martin Schulz in guter Tradition. Solche Essen sind Usus. Interessant finde ich, dass dieses unwichtige Detail, mit Wahl der Vorspeise, an die große Glocke gehängt wird. Mein Fazit: Die Angst muss wirklich groß sein und etwas „besseres“ als die Essgewohnheiten des politischen Gegners der Union gibt es wohl gerade nicht.

Ja, meine Erfahrung mit den kulinarischen Gepflogenheiten eines Politikers sind lange her, dennoch glaube ich, dass sich dank Inflation und gesellschaftlicher Entwicklung wenig geändert haben wird.

Und: Eine Regierung, die auf der einen Seite marode Atomkraftwerke in Belgien verurteilt, aber stickum Lieferungen von Brennstäben an genau dieses Kraftwerk genehmigt, sollte sich besser zügeln, bevor sie wegen Stopfleber und der angeblichen gehobeneren Lebensart, einen Mann versucht in Misskredit zu bringen.

Diese Art der Doppelmoral ist aus zwei Gründen unerträglich. Zum einen ist da der widerliche Umstand des mit zweierlei Mass messen. Zum anderen: Für wie dumm müssen Politiker Bürgerinnen und Bürger halten, um glauben zu können, dass derartig verschlagene und hinterhältige Manöver nicht auffallen?

Das ließe sich bestimmt bei einem guten Essen diskutieren. Teure Restaurants gibt es ja genug….