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Ein Campingurlaub geht zu Ende…

Zeit, zu resümieren.

Zuerst jedoch ein Paar Worte zu den letzten beiden Tagen. Wir lernten Flensburg von einer neuen Seite kennen. Wie im letzten Blogeintrag beschrieben, wäre da als erstes die Notfall-Ambulanz zu nennen, die mich gut versorgt hat. Ich fühlte mich gut aufgehoben bei den Krankenpflegerinnen und dem Arzt, der sich wirklich viel Zeit für mich genommen hat.

Weniger gut aufgehoben fühlte ich mich im vollen Wartezimmer, das ich mit einigen anderen Patientinnen und Patienten teilte. Unter anderen einem Mutter-Sohn-Gespann. Während ich die Mutter auf Mitte 50 schätze, denke ich, dass der Sohn die 30 ebenfalls überschritten hatte. Interessant wäre gewesen, wie viele Promille beide zusammen gehabt haben. Aus den Erzählungen ging hervor, dass wohl eine Familienfeier aus dem Ruder gelaufen war und der Verletzte mit einem Messer abgerutscht war. Warum er mit einem Messer hantierte, entzieht sich meiner Kenntnis. Die daraus entstandene Wunde leider nicht, alle Anwesenden durften einen Blick darauf werfen. Der Patient wickelte ungefragt seinen Verband mehrfach ab. Ich kann nur für mich sprechen und sagen, dass ich auf den Anblick sehr gerne verzichtet hätte. Wenn ich die Gesichtsausdrücke der anwesenden Mitpatientinnen und Mitpatienten richtig interpretiert habe, war ich mit dieser Ansicht nich allein. Schließlich stieß ein weiteres alkoholisiertes Familienmitglied zum Gespann und war bereit das Nähen der Wunde selbst zu übernehmen. Ich wurde dann aufgerufen, glaube aber, dass es dazu nicht gekommen ist. Als ich zum Röntgen geschickt wurde, wankten Mutter und Sohn noch durch die Anmeldung. Ich hoffe aber, dass beide mittlerweile wieder nüchtern sind, der familiäre Frieden hergestellt werden konnte und auch die Wunde von Fachkräften versorgt wurde. Mein umgeknickter Fuß war jedenfalls am nächsten Tag viel besser und wir machten uns auf die Heimreise.

Weit sind wir nicht gekommen. An der Tankstelle kurz vor der Autobahn entdeckten wir einen platten Reifen. Glücklicherweise konnte dies eine Stunde später vom ADAC behoben werden und wir traten die Heimreise an, die wir auch erfolgreich beendeten. An dieser Stellte muss gesagt werden, dass der ADAC-Fachmann sehr schnell und kompetent handelte. Wir waren begeistert von der Zuversicht und Ruhe, die der Herr ausstrahlte.

Es war unser erster längerer Urlaub mit dem ausgebauten Minicamper und dem Dachzelt. Einiges hat sich bewährt, anderes nicht. Wir haben darüber philosophiert, was die Top-Five-Dinge unserer Reise waren. Bevor ich umgeknickt bin, hatte ich meine Clogs ganz oben auf meiner Liste stehen. Nach dem Umknicken habe ich sie entsorgt. Eigentlich sind sie praktisch – eigentlich: Man kommt in die Schuhe schnell raus und rein. Da sie geschlossen sind, halten sie Regen ab und die dicke Holzsohle hält auch im Schlamm die Füße trocken. ABER: Auf unebenen Wegen, die nass sind, können sie auch dazu führen, dass die Füße in der Notaufnahme landen – also vergesst Holzclogs. Ich habe jetzt geschlossene Croccs bestellt – mal sehen, ob die besser zu meinen Füßen passen.

Ganz oben auf meiner Liste steht unser Yeti500. Ein Akku, über den wir uns in den drei Wochen mit Strom versorgt haben und unser Solarpanell. Wenn wir das nicht gehabt hätten, wäre uns häufiger der Strom ausgegangen. Vor allem, wenn wir mehrere Tage standen und der Akku nicht über die Lichtmaschine des Autos aufgeladen werden konnte. Ohne diese zwei Geräte würde ich nicht mehr fahren wollen.

Bei den anderen Dingen überlege ich noch. Aber eins ist sicher. Unser Dachzelt hat jedem Wetter getrotzt. Auch nach 5 Jahren hält es uns auch bei stärkstem Regen trocken. Es hält starkem Wind stand und bei Wärme (davon hatten wir in Norwegen gar nichts und in Schweden zwei Tage), lässt sich durch das Öffnen aller vier Seiten eine gute Zirkulation herstellen. Dank der Mückennetze bleiben Insekten aller Art draußen. Tatsächlich hat es, seid wir das Zelt haben, eine einzige Mücke ins Zelt geschafft. Wahrscheinlich hat einer von uns sie eingeschleppt. Das Dachzelt Sahara von Ocean Cross, kann ich zu 100% empfehlen.

Ein schöner Urlaub geht da zu Ende, wo er angefangen hat: In Flensburg-aber anders als gedacht

Manchmal kommt es anders als gedacht. Ein schöner Urlaub geht zu Ende und voller guter Erinnerungen wird die Heimreise angetreten. Man landet auf einem gruseligen Campingplatz, das Wetter ist Sch… und man knickt auf dem abschüssigen Gelände um.

Man ist in diesem Fall: Ich. Ich fahre die ersten 300 Kilometer und merke erst einige Stunden später auf dem Beifahrersitz, dass der Fuß immer dicker wird, ich nicht auftreten kann und irgendetwas nicht in Ordnung ist. Was das irgendetwas ist, findet die Notaufnahme des Flensburger Diakonie-Krankenhaus raus. Bänderdehnung-zum Glück am Ende des Urlaubs!

Was es alles in der Notaufnahme zu beobachten gibt, erzähle ich euch morgen, wenn ich auf dem Beifahrersitz die Heimreise antrete.

Krankenhaus, Ärzte, Versicherungen und Co.

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Unfreiwillig wurde ich Hauptdarsteller meiner eigenen Krankenhaus-Ärzte-Soap. Hätte ich die Wahl gehabt, ich hätte weggezappt. Aber mir blieb keine Wahl.

Angefangen bei Szenen in und um das Krankenhaus des persönlichen Schreckens herum, befinde ich mich in der Soap-Geschichte mittlerweile auf Höhe der Folge:

Ärzte und Versicherungen

Da finden Dialoge (in meinem Fall am Telefon) statt, für die sich Drehbuchautoren zu schade wären:

Patientin (P): Guten Tag, ich möchte gerne den Bericht meiner Abschlussuntersuchung für meinen Hausarzt anfordern.

Sekretärin des Chefarztes (S): Aber den haben Sie bei Ihrer Entlassung bekommen.

P: Ich war zu einer späteren Nachuntersuchung, drei Wochen nach meiner Entlassung beim Chefarzt. Davon existiert ein Bericht, den hätte ich gern. Allerdings kann es sein, dass es zwei Berichte gibt. Morgens war ich zur CT Untersuchung in der radiologischen Praxis. Der dortige Arzt hatte mir das Laufen verboten. Als ich nachmittags beim Chefarzt Dr. XY war, sagte der mir das Gegenteil. Diese mündlich ausgesprochene Interpretation des Röntgenbildes, die hätte mein Hausarzt gerne schriftlich.

S: (schweigt und raschelt – ich vermute mit meiner Akte): Ja, hier ist ein Bericht…Sie dürfen nach und nach mehr belasten…da haben sie Dr. XY sicher falsch verstanden…

P (kochend vor Wut): Nein habe ich nicht! Ihr Chef sagte: Einer Vollbelastung steht nichts im Wege. DAS hätte ich gerne schriftlich. Den anderen Bericht brauche ich nicht. Und ich war nicht allein, meine Begleitung hat das auch so verstanden. Und auf Nachfragen, erklärte ihr Chef noch, dass Röntgenbilder lesen und interpretieren zweierlei sein… Außerdem laufe ich nun schon seit einer guten Woche…

Der Rest meiner Soap bestand aus warten und ärgern.

Warten, dass man aus der Warteschleife zum Termin machen durchgestellt wird, ohne nach zehn Minuten aus der Leitung zu fliegen. Aller Optimismus schützt nicht davor wieder und wieder aus der Leitung entfernt zu werden. Ärgern, dass man wieder und wieder Schweigepflichtsentbindungen unterschreibt, für teures Geld per Post verschickt, die einfach nicht ankommen wollen. NATÜRLICH zahlt die Krankenkasse erst, wenn sie die Akten einsehen darf. Schon doof, dass die Briefe immer verloren gehen. Doof für mich übrigens. Aber damit mir nicht langweilig wird, schickt die Krankenkasse auch gerne Briefe an mich mehrfach. Zeitversetzt versteht sich. So dass ich bis jetzt mehr als einmal den Unfall schriftlich geschildert habe. Das letzte Mal als Mail, weil auch da – oh Wunder – der Brief nicht ankam. Zum zweiten Mal wohl nicht. Davon gehe ich zumindestens aus, denn ich sehe ansonsten keinen Grund mit den gleichen Brief mehrfach zu schicken…

Wer jetzt meint, dass ich vielleicht nicht ganz bei Sinnen bin und zu doof zum Post verschicken bin, dem sei gesagt, dass ALLE anderen Briefe nach wie vor ankommen. Nur die mit der Adresse der Krankenversicherung nicht. So lange aber nicht alle Formalitäten geklärt sind, muss die Krankenkasse auch nicht zahlen…aber das ist bestimmt nur ein dummer Zufall. Dumm für mich übrigens.

Aber es gibt einen Gewinner in dieser ganzen Sache:

Die Post!!! (Trommelwirbel, Feuerwerk, Applaus)

 

Im Krankenhaus kann es auch lustig sein…(III)

Oder: Zwei Ärzte – zwei Meinungen

krankenhaus

Wer krank ist, wird auch irgendwann wieder gesund. Vielleicht, wenn man Glück hat. Meine Prognose sah gut aus. Da ich viel Glück hatte, sollte von den unfallbedingten Verletzungen nichts zurück bleiben. Ob das auch tatsächlich so ist, sollte überprüft werden. Mit Hilfe der Technik. In meinem Fall mit einer CT-Untersuchung. Die mündlich formulierte Erwartungshaltung meines behandelnden Arztes im Krankenhaus war, dass die Fraktur gut verheilen müsste. „Sie sind ja noch jung!“, sagte er. Bei einer Frau meines Alters wäre zu erwarten, dass der Knochen nach neun Wochen belastungsfähig zusammen wächst und nicht die allseits formulierten 12 Wochen benötigen wird.

Gesagt getan: Ein Kontrolltermin nach neun Wochen wurde vereinbart und ein Gesprächstermin. Leider trennten beide Termine acht Stunden. Untersuchung um halb neun in einer in Krankenhausnähe befindlichen Praxis, Gespräch um halb fünf im Krankenhaus selbst.

Das Glück war mir hold. Nach der besagten CT Untersuchung nahm sich ein Arzt der radiologischen Praxis für mich Zeit, um mir das Ergebnis mitzuteilen. Selbstverständlich wollte er dem behandelnden Arzt nicht vorgreifen. Ich war aufgeregt. Von dieser Untersuchung hing schließlich viel für mich ab. Durfte ich wieder normal gehen? Das linke Bein voll belasten?

Ein Blick in die Augen des Arztes reichte aus, um alle Hoffnungen im Keim zu ersticken.

Arzt: „Das sieht nicht gut aus! Bei einer Frau ihren Alters würde man ein deutlich besseres Zusammenwachsen der Knochen erwarten. Sie sind ja noch jung!“

Ich widerstehe dem Impuls den Mann anzuschreien. Ich hatte so oft von Ärzten gehört, dass ich jung sei, dass ich manchmal selbst nicht glauben kann, dass ich mich mit 45 Jahren oft anders fühle und frage:

„Was bedeutet das für mich?“

Er erklärt mir, dass ich meinen behandelnden Arzt fragen solle, was da zu tun sei. Diese Äußerung lässt für mich die Frage nach einer weiteren Operation aufkommen, die ich panisch stelle, denn das Letzte was ich will, ist eine Operation. Das hat nicht nur mit meiner tief sitzenden Abneigung gegen Operationen im allgemeinen zu tun, sondern hängt auch mit dem Unbehagen zusammen, den mir Krankenhausaufenthalte mittlerweile verursachen.

Da ging sie nun hin, die Hoffnung schnell wieder richtig laufen zu können. Der Arzt gab mir noch auf den Weg, dass ich sicherlich bei einer Teilbelastung von 20 kg maximal bleiben werde. Dann ging ich dahin, wo ich am besten aufgehoben war: Nach Hause. Gehen ist allerdings euphemistisch. Ich kroch zum Taxi und das brachte mich nach Hause. Dort verweilte ich in Trauer und verbrachte die folgenden acht Stunden mit Weinen und ANGST. Angst vor einer weiteren OP, Angst vor multiresistenten Krankenhauskeimen, Angst doch noch einen bleibenden Schaden zurückzubehalten, Angst…Angst…Angst. Nicht allein, ich hatte Aufsicht. Gute Freunde standen mir bei und ich suchte schon mal nach alternativen Krankenhäusern, um mir eine zweite Meinung einzuholen. Selbstredend, dass der Nachmittag in bleibender Erinnerung bleiben wird. Abgelegt in der Schublade Horror mit der Bitte an das sowieso schon lückenhafte Gedächtnis diese Erinnerung, wie viele andere zu verdrängen. Es kann dem Gedächtnis nichts ausmachen – es verdrängt so viel am Tag, da kann es doch auf diese eine Erinnerung nicht ankommen.

Niedergeschlagen erreichte ich wie geplant den Gesprächstermin um 16:30 Uhr mit meinem behandelnden Arzt. Als er mich sah, grüßte er und verließ das Sprechzimmer, weil er meine CT-Bilder besprechen musste. Zwanzig Minuten später kam er wieder. Das er mich überhaupt noch in seinem Sprechzimmer entdeckte, überraschte mich. Gefühlt war ich auf Erbsengröße geschrumpft. Mehr hatte die Angst nicht übrig gelassen.

Völlig zu unrecht, denn mir wurde mit einem Lächeln mitgeteilt, dass der Arzt vom Morgen einen falschen Befund gestellt hatte. Einer Vollbelastung würde nichts im Wege stehen. Auf mehrfaches ungläubiges Nachfragen meinerseits wurde mir erklärt, dass Röntgenbilder angucken und lesen zweierlei sein können. Ungläubig nahm ich das hin und versuchte mich zu freuen, wie es sich nach so einer freudigen Nachricht gehörte. Es gelang nicht auf Anhieb.

Auf dem Weg nach Hause fragte ich mich, ob der Arzt der radiologischen Praxis nicht der gleiche Arzt gewesen war, der einer guten Freundin von mir im letzten Jahr eine Krebsdiagnose gestellt hatte, die sich als pure Wasseransammlung entpuppt hatte. Leider erst vier Wochen später, nach einem Besuch in einer Spezialklinik, wo sich ein Arzt, der sich damit auskannte, ihrer annahm.

Ein Anruf bei besagter Freundin bestätigte: Offenbar behält mein Gedächtnis doch mehr Dinge als ich möchte. Gleicher Arzt, gleiche Praxis und noch ein falscher Befund.

Im Krankenhaus kann es auch lustig sein …(II)

Oder: Regen und Unterarmgehstützen vertragen sich nicht

krankenhaus

Mein Chauffeur hält vor den Toren des herrschaftlichen Anwesens. Mit anderen Worten: Das Taxi hält vor dem Eingang des Krankenhauses, weil ich in der nahe gelegenen radiologischen Praxis einen Termin habe. Der Weg dorthin führt durch das Krankenhaus. Es regnet. In Strömen. Der Weg bis zur Tür gestaltet sich unproblematisch, weil die Gehstützen gut mit den Pflastersteinen harmonieren. Wenig Rutschgefahr ist das Ergebnis. Das ändert sich schlagartig, als ich die Tür des Krankenhauses erreiche. Es handelt sich um eine elektrisch gesteuerte Glastür, die einen Vorraum vom Außenbereich trennt. Nach diesem Vorraum ist eine identische Glastür, durch die ich den Eingangsbereich des Krankenhauses gut erkennen kann. Mit der dazugehörigen Anmeldung, hinter der eine Frau sitzt. Sie hat mich entdeckt, so wie ich sie. Ansonsten ist keine Menschenseele zu sehen. Es ist noch früh am Morgen.

Ein Blick auf den Boden des Vorraums zeigt, dass es mit der gebannten Rutschgefahr hinter der Glastür vorbei ist. Das sagt nicht nur deutlich das aufgestellte gelbe Warnhinweisschild. Ein Blick auf den Boden reicht, um zu erkennen, dass dem tatsächlich auch so ist. Der Schmutzfangteppich bedeckt leider nicht den gesamten Boden des Vorraums. Rund um ihn herum sind mehr als ein halber Meter Platz, der wetterbedingt mehr als nass ist. Während ich noch überlege, wie ich mit meinen Krücken auf den Teppich gelange, ohne den nassen Boden zu berühren und ich dabei das Gleichgewicht behalte, hat die Glastür beschlossen nicht länger zu warten und sich zu schließen. Eine meiner Krücken hindert sie daran, was nicht zum Gleichgewicht beiträgt. Unter den wachsamen Augen der Frau an der Anmeldung, schiebt sich mein Fuss, der alles darf, Stück für Stück über das nasse Linoleum. Der andere Fuss, mit der ärztlich verordneten Belastungsgrenze, versucht die entstehende Instabilität auszugleichen. Während die eine Hälfte der Unterarmgehstützen nun schon Teppich unter sich hat, ist die andere noch vor der Tür. Besagte Tür schließt und öffnet sich nach Gutdünken. Als ich beide Füße auf dem Schmutzfangteppich versammelt habe, kann ich auch die zweite Unterarmgehstütze herein holen. Jetzt sind wir schon mal im Vorraum des Krankenhauses. Ich schaue die Frau an der Rezeption an, aber ein Applaus bleibt aus. Dabei hätte ich das angemessen gefunden, schließlich hatte das Betreten des Vorraums zur Hölle fast etwas Akrobatisches. Ich schiebe den Gedanken an die Frage: „Müsste ein Krankenhaus nicht besser darauf achten, dass solche Stolper-, Sturz- und Rutschfallen durch einen passenden Schmutzfangteppich aufgefangen werden?“ weg. Denn mich trennt vom Eingangsbereich des Krankenhauses die gleiche Aufgabe: Wie überbrücke ich den nassen Teil des Innenraums ohne Sturz?

Ich mache es wie beim ersten Mal. Als ich den Innenraum des Krankenhauses erfolgreich betrete, bleibt wieder der mir zustehende Applaus aus. Ich kann mich darüber nicht wundern, denn ich stelle fest, dass nasse Unterarmgehstützen auch auf trockenem Linoleum rutschig sind. Während ich die Zähne zusammenbeiße, lächelt mich die Anmelde-Frau an und sagt: „Wo wollen Sie denn hin? Sind sie ganz alleine?“ Ich drehe mich um, so weit das meine körperlich instabile Lage zulässt, und schaue in die Leere hinter mir. Was hat sie denn erwartet? Dass aus dem Nichts noch eine Person auftaucht? Appariert oder ich aus meiner Tasche noch eine Helferlein zaubere?  Ich schaue sie an und bevor ich antworten kann fragt sie: „Schaffen Sie dass denn alleine?“

Was soll ich darauf sagen? Nein? Ja? Vielleicht? Wollten Sie mir helfen? Was ist wenn nicht? Ich versuche es mit einem: „Das muss ich wohl!“

Dann gelingt es mir mich auf die wichtigen Dinge des Lebens zu konzentrieren: Nicht ausrutschen!  Und: Gesund und heile aus dem Krankenhaus heraus kommen. Letzteres ist eine schwere Aufgabe, die volle Konzentration benötigt oder Übung.

Glücklicherweise habe ich die mittlerweile (Ironie aus).

Ein neuer Tachelespodcast ist online: Im Metakrankenhaus

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Ihr habt euch bestimmt gewundert, dass der Tachelespodcast aktuell nicht regelmäßig erscheint. Dies liegt daran, dass Frau Dings einen schweren Autounfall hatte. In der aktuellen Folge machen wir daher ein wenig Metatalk, aber beschäftigen uns auch intensiv mit der Gesundheits(un-)versorgung in Deutschland, die Frau Dings unfreiwillig über sich ergehen lassen musste. Höret und staunet.

Frau Dings und Herr Bumms

Im Krankenhaus kann es auch lustig sein…(I)

krankenhaus

Wer glaubt, dass Krankenhäuser Orte des ausschließlichen Elends sind, der täuscht. Es passieren Dinge, die das Leben durchaus erfreuen. Geradezu erfrischend und erheiternd sind teilweise die Anekdoten und Dialoge, die sich zutragen. So wie dieser Dialog zwischen einer Patientin und Arzt:

Arzt: „Hallo Frau XY, sie bekommen dann heute noch eine Impfung!“

Frau XY (runzelt die Stirn): Warum bekomme ich denn noch eine Impfung? Wogegen denn?“

Arzt: „Da bei Ihnen durch den Unfall bedingt die Milz entfernt werden musste, brauchen sie eine Impfung!“

Frau XY (entsetzt und mit panisch schriller Stimme): „Wieso ist denn die Milz nicht mehr da?!!! Mir wurde doch gesagt, dass sie gerettet werden konnte!“

Arzt (runzelt nur kurz die Stirn und wirft einen Blick in die Patientenakte): „Ach, da hab ich mich vertan, natürlich haben sie ihre Milz noch. Das war ein anderer Patient!“

Frau XY: „Sind sie sicher? Brauche ich also keine Impfung?“

Arzt (lächelt): „Nein, keine Impfung!“