Schlagwort-Archive: Inklusion

Kreativerziehen.de – Unser neues Projekt ist online!

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Mit der ersten Sendung zum Thema: Ressourcenorientierung.

 

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Inklusion aus systemischer Sicht

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Beim Betrachten der Inklusion wird man ihr mit einer eindimensionalen Betrachtungsweise nicht gerecht. Was würde die Inklusion wohl sagen, wenn man sie fragen würde, wie es ihr heute geht?
Ein möglicher Dialog:
Interviewer (Int): Liebe Inklusion, du bist ja in der Schule angekommen. Wie geht es Dir heute?
Inklusion (Ins): Ich weiß nicht so genau. Ich weiß gar nicht so recht wer ich bin, wie soll ich da wissen, wie es mir denn geht?
Int: Was würde denn der Schulleiter der kleinen Grundschule in Kleinkleckersdorf sagen, wie es Dir geht?
Ink: Der kennt mich doch gar nicht!
Int: Aber die Schulleiterin der großen Hauptschule, die im sozialen Brennpunkt steht, die kennt dich?
Ink: Ja, aber die mag mich nicht. Die versucht mich in einige Klassen abzuschieben. Ich will aber in allen Klassen sein. Aber die Klassen sind alle so voll, deshalb will die mich da nicht haben. Das macht mich voll traurig!
Int: Toll finde ich, dass Du schon in einigen Klassen bist!
Ink: Da bin ich zwar, aber wie oft die Eltern von den Kindern in der Klasse über mich schimpfen. Die Lehrerinnen und Lehrer haben auch immer wieder etwas an mir auszusetzen. Sie sagen ich bräuchte größere Räume und ein Lehrer würde nicht reichen, damit ich in der Klasse bleiben kann. Die einen störe ich beim Lernen, die anderen brauchen viel mehr Unterstützung als sie durch mich bekommen können. Das macht mich auch voll traurig.
Int: Auf einer Skala von 0 – 10: Wie gern bist Du in der Schule? 0=gar nicht/ 10=sehr gern?
Ink: Das hängt echt von der Schule ab. Im Durchschnitt vielleicht 3-4?
Int: Wenn eine gute Fee käme, was würdest Du Dir von ihr für Hilfe erhoffen?
Ink: Einen Goldesel für alle Schulen. Dann könnten die für mich alles kaufen, was ich brauche, um in jeder Klasse sein zu können.
Int: Liebe Inklusion, vielen Dank für das Gespräch!

Inklusion – identifizierter Problemträger?

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Inspiriert zu diesem Beitrag hat mich unter anderem der Artikel einer Lehrerin der in der FAZ erschienen ist.

http://www.faz.net/-gum-8uqvq?GEPC=s1

Die Tatsache, dass ich am Schulleben in absehbarer Zukunft wieder teilnehmen darf, hat ihr übriges getan. Ich hatte viel Zeit mich mit Schule gedanklich zu befassen – was ich bis zu meinem Verkehrsunfall eher praktisch erlebt habe, durfte ich nun mal theoretisch ausgiebig – weil genügend Zeit vorhanden war – beleuchten. Nur so viel: Es blieb dunkel.

Aber: Werde kreativ! Es darf ausprobiert werden. Das sieht an jeder Schule anders aus. Viele Schulen versuchen allen Ansprüchen gerecht zu werden. Wie die genau aussehen, werde ich mal an anderer Stelle genau unter die Lupe nehmen. Wenn es um Inklusion geht, stehen unterschiedlichste Schulen vor der gleichen Realität (behaupte ich): Inklusion darf so wenig Kosten wie möglich verursachen. Was bedeutet das für Schulen? Genau! Wenig finanzielle Möglichkeiten, aber dafür einige Erkenntnisse:

Inklusion=Akzeptiere das Vorhandene! Das bedeutet einfach nur, dass es jeder Lehrerin und jedem Lehrer gut tut die vorgefundene Situation der Klasse anzunehmen. Egal wer da drin ist – aller Voraussicht wird sie so bleiben wie sie ist. Auflehnen ist schlecht für den eigenen Energiehaushalt. An dieser Stelle würde ein Werbeblock passen, den es in den 90ern gab. Eine Frau betrachtet sich, wiegenden Schrittes gehend, im Schaufenster einer Straße. Jemand singt: „Ich will so bleiben wie ich bin – Du darfst“. Man stelle sich nun eine Lehrerin oder einen Lehrer vor, der leise lächelnd durch einen leeren Schulkorridor geht. Jemand singt: „Sie wird so bleiben wie sie ist! – Du darfst“ – die Klassentür öffnet sich und es eröffnet sich ein Bild von dreißig bis vierzig unterschiedlichster Schülerinnen und Schülern, die tobend das Klassenzimmer verwüsten.

Inklusion=Rechne nicht mit der Unterstützung von Förderschulen! Dafür gibt es zu wenige!

Inklusion=Solidarisiere Dich mit anderen Betroffenen! Egal mit wem!

(Die Liste der Erkenntnisse ließe sich sicher fortsetzen…)

Was bleibt: Durchhalten – durchhalten – durchhalten, denn Gesetze werden selten von denen geändert, die von ihnen betroffen sind.

 

 

Ein neuer Tachelespodcast ist online: Demokratie und Vielfalt erwünscht

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Bei der aktuellen politischen Entwicklung erscheint es notwendig Stellung zu beziehen und eine Position einzunehmen, die Haltung demonstriert.

Dabei geht es weniger darum zu sagen: Wo stehe ICH, sondern vielmehr: Wo wollen WIR hin? Dabei bezieht sich das WIR auf: WIR alle.

Dazu gibt es in der aktuellen Zeit (Zitat aus Nr. 50/ Wutanfall des kleinen Mannes) einen interessanten Beitrag. Es geht nicht darum sich einer politischen, ethnischen, geschlechtlichen, sexuellen Gruppierung zuzuordnen. Für uns ist das Fazit aus diesem Artikel: Die Zugehörigkeit zur Gattung Mensch verhindert, dass sich zugehörig bzw. ausgegrenzt fühlen in einer Gesellschaft.
Solange ich zu einer Gruppe Mensch gehöre, wird es schwierig sich von einer Untergruppierung unterdrückt zu fühlen.

Ein besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die sprachliche Mitteilungsebene:
Was wird formuliert?

1. Erwähne ich das, was ich nicht will? Schimpfe ich gegen die Unterdrücker und erzeuge damit den Fokus und die Aufmerksamkeit auf das was ich nicht will?

ODER

2. Erzeuge ich mit meiner Sprache ein Bild vom gewünschten IST-Zustand.
Wir wünschen uns eine Gleich-Berechtigung. Eine Gleich-Berechtigung zwischen Menschen. Aller Menschen. Das Recht auf dieser Erde sein zu dürfen, zu leben und das in Freiheit, Würde und Respekt.
Wir wünschen euch viel Spaß beim Hören.

 

Etwas ist doch fertig geworden: Verhaltenskreativität beim Raabe-Verlag

Raabe

Ein Artikel über den Umgang mit Kindern, die anders sind. Entstanden ist der Artikel in Zusammenarbeit mit meinem lieben Freund Jakob. Beziehen kann man den Artikel über den Raabe Verlag.

Aus der Abteilung: Berufe mit Zukunft

Sonderpädagoge

Aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung ist zu vermuten, dass sich das Schulsystem voraussichtlich noch einige besondere Pädagoginnen, Pädagogen, Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen in der Zukunft leisten müssen wird. Vielleicht….

Gelebte Inklusion oder wie viele Kartons es braucht, um einen Rollstuhlfahrer fern zu halten.

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Ein schöner sonniger Nachmittag, ein Telefonat mit einem lieben Freund, ich sitze auf einer Bank und blinzle in die Sonne. Während ich in das Gespräch vertieft bin, nehme ich meine Umgebung nebenbei wahr. Mir gegenüber ist ein kleines Café. Dort sitzt unter anderem ein Paar um die fünfzig. Daneben: zwei Bekleidungsgeschäfte mit entsprechenden Schaufenstern. Die Altpapierabholung scheint vor der Tür zu stehen, denn es stapeln sich große Kartons zwischen Café und Schaufenster. Hinter den Karton steht, mit Blick auf den gestapelten Turm, ein Rollstuhlfahrer, der vielleicht Anfang zwanzig ist. Mehr gibt es nicht zu sehen, jedenfalls sehe ich nicht mehr, denn ich vertiefe mich in das Gespräch mit besagtem Freund und versuche dabei jeden Sonnenstrahl aufzufangen, den ich kriegen kann. Wer weiß, vielleicht sind es die letzten in diesem Jahr. Nach einiger Zeit, die ich damit verbrachte das Für und Wider verschiedenster Dinge zu diskutieren, stelle ich fest, dass etwas nicht stimmt. Vielleicht kennt das der eine oder andere. Man nimmt etwas unbewusst wahr, es stellt sich ein seltsames Gefühl ein und es dauert eine Weile, bis sich der Ursprung des Gefühls offenbart. So ging es mir. Ich schaue mir meine Umgebung an. Als ich feststelle, dass der Rollstuhlfahrer die ganze Zeit (und das waren ca. 15 Minuten) noch immer regungslos an genau der selben Stelle steht, bewegt sich etwas. Das Paar steht auf. Es geht zu dem Rollstuhlfahrer. Sie löst gekonnt die Bremse und er schiebt den jungen Mann zum angrenzenden Parkplatz hinter meiner Bank. Der junge Mann wird ins Auto verfrachtet und der Rollstuhl im geräumigen Kofferraum. Ich bin abgelenkt und frage meinen Freund, ob ihm eine Erklärung einfällt, warum ein Paar in einem Café sitzt, etwas trinkt und zehn Meter weiter den Mann, der vielleicht ihr Sohn, Neffe…. ist, aber definitiv zu ihnen gehört, hinter einem Stapel Kartons abstellt? Nachdem Stille für einige Momente die Verbindung füllt, bekomme ich ein „Nein“ als Antwort. Verschwunden ist die Sonne, wenn auch nur aus meinem Gemüt.
Das ist nun mehrere Tage her. Ich suche noch immer nach einer Erklärung. Und jetzt seid ihr mal dran. Vielleicht fällt einem von Euch eine harmlose Erklärung ein, warum dieser Mann im Rollstuhl nicht mit an den Tisch gestellt wurde, sondern hinter einem Stapel Kartons?