Schlagwort-Archive: Eltern

Auf der Suche nach dem Nashorn…

Wenn ein Mann immer wieder laut:

„Wo ist das Nashorn?“

 ruft, ist er mit seinem ca 2jährigen Sohn im Zoo unterwegs.

Nach dem dritten Mal möchte man ihm zurufen: 

„Hier ist das Nashorn!“

Nach dem zehnten Mal:

„Kauf Dir einen Plan!“

Und nach dem fünfzehnten Mal nichts mehr, da läuft man…weit weg.

Nur der Vollständigkeit halber: Das Nashorn liegt seit ca. zwei Stunden sehr unbeweglich in seinem Gehege und ist nicht zu verfehlen!

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Ein neuer Tachelespodcast ist online! Ausgabe 52: kreativerziehen.de

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In dieser Folge stellen wir euch unser neues Projekt des vodcasts/podcasts: Kreativerziehen.de vor.

Hierbei handelt es sich um einen…. aber bevor wir das alles hier beschreiben, empfehlen wir euch in unseren 52. podcast hineinzuhören. Wir wünschen euch dabei viel Spaß!

Shownotes:

kreativerziehen.de – die Seite für Erziehung und Bildung

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Ab September werden Herr Bumms und ich uns auf kreativerziehen.de mit allem beschäftigen, was wir in Erziehung und Bildung für wichtig halten, was einiges ist, denn aus beruflichen Gründen beschäftigen wir uns mit diesem Thema seit mehreren Jahrzehnten. Da wir beide Freunde der systematischen Theorie sind, werden wir das nicht alleine tun, sondern uns mit wechselnden Gesprächspartner an unterschiedlichen Orten zum Gespräch verabreden. In Blogbeiträge, Podcasts und kleinen Filmen werdet ihr das finden können, was wir herausgefunden haben. Aber seht, hört und lest selbst – ab September geht es los!

kreativerzien_de

Kinder – ein Quell der Freude

Wimereaux Sommer 2011 118

Gibt der Mensch sich dem Glauben an die Werbung und dem Einzelhandel hin, so sind Kinder das allerwichtigste auf Erden. Zumindest bei der Anschaffung sämtlicher Konsumgüter. Das fängt bei der Schwangerschaftsmode an (von der ist der junge Sprössling dankenswerter Weise nur indirekt betroffen) und hört bei der Anzahl der verschiedensten Autositze für Kinder noch lange nicht auf. Verzweifelte Eltern stehen vor allerlei wichtigen Entscheidungen, wie zum Beispiel: Holzspielzeug oder doch blinkendes Tam Tam? Das Kindchen schreien lassen oder doch lieber im elterlichen Bett dem drohenden Erstickungstod aussetzen? Aber wenn es allein im Bettchen liegt, vielleicht erwischt es der plötzliche Kindstod? Stillen oder Flasche? Ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich mich daran erinnere, wie finster Hebammen beim Wort Flasche gucken können. Der böse Blick von Du-weißt-schon-wem oder Jack Nicholson in Shining ist ein Schei… dagegen! Glücklicherweise gibt es Ratgeber. Zu jedem Thema. Mehrere. Viele. Viel zu viele, denn schließlich will jede Industrie verkaufen. Sind die Eltern mit der Lektüre des Ökotests durch, können sie direkt mit den Empfehlungen des Stiftung-Warentests weitermachen. Danach kommen diverse Erziehungsratgeber, es hört nie auf. Wenn das Kind geboren wird, holt einen die Realität ein, die sich nicht sortieren lässt, weil der kleine Erdenbürger einen komplett in Anspruch nimmt. Aber, wenn alles gut geht, entwickelt sich bei all der Fürsorge und den vielen Materialien, die der Einzelhandel der kleinen Familie zu bieten hat, ein kleiner zufriedener Mensch. So sehr, wie Familien mit Angeboten bedacht werden, müssten eine Horde von überglücklichen, bestgefördertsten und überaus gut entwickelten Kindern unsere Gesellschaft beflügeln. Das Gegenteil ist der Fall. In Zahlen (Statistisches Bundesamt Wiesbaden): Während 2008 noch 32 253 Kinder in Obhut genommen wurden, waren es 2013 42 123 Kinder. Selbst wenn man die Minderjährigen, die ohne Elternteil nach Deutschland einreisten abzieht, ist die Zunahme der in Obhutnahme erschreckend. Häufigste Ursache: Überforderung der Eltern.
Nicht wirklich überraschend, wenn man sieht, welche Kluft zwischen Anspruch, Erwartungshaltung und Realität klafft. Nicht, dass ich der Meinung wäre, dass Werbung an allem Schuld sei, aber weniger Werbung könnte entlastend sein. Solange alle Familien Ramaglücklich dargestellt werden, müssen Eltern der Meinung sein, dass sie selbst daran Schuld sind, wenn Kinder schreien und toben. Wer sagt ihnen denn, dass es dazu gehört, dass Kinder schreien, wenn sie verschiedene Entwicklungsstufen des kindlichen Werdens durchlaufen? In der Werbung wird suggeriert: Alle lachen, sehen gut aus und es ist wichtig das Kind gesund zu ernähren. Was hilft da weiter? Eine Portion Kinder Pingui. Leider werden nicht nur Kinder rund und fett, wenn sie jeden Tag eine Portion Zucker mit Fettglasur bekommen. Mit gesund und glücklich hat das wenig zu tun. Kinder erziehen ist anstrengend. Sie wollen Dinge, die nicht gut für sie sind (auch das gehört dazu).  Sie können auch keine weitreichenden Entscheidungen treffen. Das hat etwas mit der Entwicklung zu tun. Kinder im Kindergartenalter demokratisch mitentscheiden lassen in welches Urlaubsland die nächsten Ferien führen, kann entwicklungsbedingt nur zu Missmut auf allen Seiten führen. Die kleinen Racker sind sogar überfordert, wenn sie sich beim Abendbrot zwischen drei Wurstsorten entscheiden sollen. Ich empfehle den geplagten Eltern: Nur eine Wurst und einen Käse. Das hat nichts mit Mangelernährung zu tun, sondern produziert glückliche Kinder (weil sie lernen Entscheidungen zu treffen, die sie überblicken können – was mit einem positiven Lerneffekt einhergeht) und schont die Nerven.
In der Vergangenheit durfte ich zu einigen Erkenntnissen kommen. Nicht nur als Mutter in diversen Spielgruppen, Kinderturnen und Babyschwimmgemeinschaften, sondern auch beruflich kommt mir hin und wieder das eine oder andere Kind unter. Dabei haben sich Erkenntnisse offenbart. Zum einen ist Medienkonsum für Kinder völlig überflüssig. Kinder ohne TV, PS (1-irgendwas), Nintendo, PC, WII….. entwickeln sich gesünder, meine ich beobachtet zu haben). Zum anderen kann man nur 24 Stunden ein gutes Elternteil sein, wenn die Kinder wirklich winzig klein sind. Nach einigen Monaten müssen Eltern mit ihrem Akku achtsam umgehen UND je weniger man glaubt was in der Werbung verbreitet wird, umso besser. Lieber mal die Oma fragen. Oder das ältere Ehepaar von nebenan oder jemanden, der mit beiden Beinen im Leben steht.
Vielleicht wäre weniger von außen mehr für innen. Das könnte Kindern gut tun.

Wahl und Qual oder: Wenn es spannend wird

Marmelade Wasserzeichen

Es ist ja nicht so, als hätten wir keine Entscheidungsfreiheit. Im Gegenteil. Oftmals stehen uns dermaßen viele Möglichkeiten zur Verfügung, dass unser Gehirn mit dem Abwegen der Vor- und Nachteile überfordert ist. Nur so kann es passieren, dass Kinder an einem reichhaltig gedeckten Tisch sitzen und nicht wissen, was sie essen wollen. Die Leberwurst? Schinken? Oder doch lieber Salami? Der Schmierkäse ist auch so lecker…mit Gurke oder lieber mit Tomate? Nicht selten schiebt das wütende Kind voller Wut den LEEREN Teller vom Tisch. Nicht ohne Butter, Brot, Käse, Wurst und den vollen Kakaobecher mit in den Abgrund zu reißen. Das lässt sich bei dem übermäßigen Angebot an Lebensmitteln auf besagtem Tisch gar nicht vermeiden. Viel entspannter isst es sich hingegen, wenn für das Kleinkind nur EIN Käse und EINE Wurst auf dem Tisch angedeckt wurde. Dem Kind bleibt ausschließlich die Entscheidung zwischen Wurst und Käse. Das schaffen die meisten Kleinen. In der Regel hat man als glückliches Elternteil im Anschluss nichts aufzuwischen und ein sattes zufriedenes Kind vor sich. Jetzt werden viele Eltern einwenden, dass das Zähne putzen beim Kind aber keineswegs so glimpflich abläuft, OBWOHL es dort nur EINE Zahnpasta gibt. Das stimmt, aber der Umkehrschluss den Ärger mit der Erhöhung der Zahnpastatubenanzahl entgegen wirken zu wollen, hat wenig Aussicht auf Erfolg. Die Problematik ist an dieser Stelle völlig anders gelagert und liegt im Zähne putzen selbst. Dieser Beitrag handelt jedoch von der Problematik des Sich nicht entscheiden können.

Erst gestern habe ich erlebt, dass es uns Erwachsenen genauso ergehen kann, wie den kleinen Kindern. Als ich mit einer Freundin zum Essen verabredet war, blieben wir schon vor dem Restaurant stehen, weil dort das Angebot des Mittagstisch auf einer Tafel am angeschlagen war. Leider ist mein Kurzzeitgedächtnis nicht das Beste (war es noch nie, kann leider nicht auf das Alter geschoben werden) und als wir einen sonnigen Platz auf der Terrasse gefunden hatten, waren mir die Speisen des Mittagstischs schon entfallen. Egal – es kam wie es kommen musste: Die nette Bedienung brachte die Speisekarten. Dort war der Mittagstisch nicht aufgelistet, dafür einige andere sehr verlockende Angebote. Ich versuchte eine erste Entscheidung herbeizuführen: Salat, Pasta oder Pizza? Das war schwer. Ich ging die einzelnen Gerichte durch. Klang alles sehr vielversprechend. Als ich alle Gerichte geprüft hatte, ertappte ich mich dabei, dass ich von vorne anfing. Salat, Pasta oder Pizza? Hilfreich war an der Stelle nicht, dass ich gerne esse. Es gibt kaum etwas, was ich nicht mag. Von meiner Freundin war auch keine Hilfe zu erwarten. Die war ebenfalls auf der Suche nach einer Entscheidung. Erlösung brachte ein zufälliger Blick auf meine Sporttasche. Die Tasche ist keinesfalls ein Orakel und hat auch ansonsten keine Bedeutung. Außer, dass sie mich in diesem Moment daran erinnerte, dass sie nicht die Tabletten enthielt, die bei meiner Laktoseintoleranz dafür sorgen, dass eine Sahnesoße mich nicht dazu zwingt für den Rest des Tages die sanitären Anlagen begutachten zu müssen. In der Sporttasche befanden sich die Sportsachen, sonst nichts. Keine Kapseln gegen Laktoseunverträglichkeit. Schwupps, schon konnte ich eine Menge Speisen aus meiner Entscheidungsqualliste streichen. Bei der Gelegenheit fiel mir meine, noch nicht verinnerlichte, weil erst vor zwei Wochen entdeckte, Knoblauchunverträglichkeit ein. Was soll ich sagen. Die Entscheidung was ich essen wollte, war schnell gefallen. Und: Ich war zufrieden. Eine Laktoseintoleranz und eine Lebensmittelunverträglichkeit MUSS nicht nur schlecht sein. Und wer glaubt, dass es diese Qual der Wahl nur bei Lebensmitteln gibt, der muss leider enttäuscht werden. Egal was es zu entscheiden gibt: Steigt die Anzahl der Möglichkeiten auf eine unübersichtliche Menge, wird es schwierig. Da machen Kinder und Erwachsene keinen Unterschied. Was das für die Wahl des nächsten Urlaubsorts und die Wahl des Ehepartners bedeutet, darf jeder für sich bedenken. So viele Möglichkeiten gibt es da ja nicht.

Eine neue Folge beim Tachelespodcast: Männerdiskriminierung, Hotpants und Schuluniform

Podcast

Frau Dings war mit ihren beiden Töchtern im Urlaub. Sie erzählt sehr entspannt von den Highlights, aber auch von den Pannen, die ein Fernbustrip in verschiedene Städte und über Ländergrenzen hinweg mit sich bringen kann. Wobei weniger die Busreise, als viel mehr das Hotel in Prag problematisch war. Dieses entsprach nicht dem im Netz angegebenen Profil und noch weniger den Werbebildern.

Die Hitze bringt es wieder mit sich. Man sieht Fleisch allenthalben und dies auch noch in jeder Konsistenz.
Wer hat nicht schon gedacht: „Könnte man diese sterbliche Hülle nicht mit einem Etwas aus viel Stoff bedecken?“ Es würde beiden Parteien viel Leid ersparen.

Kann man Menschen Kleidungsvorschriften machen?

Anlass unserer Diskussion war die Debatte, dass sich im Sommerloch der politiklosen Zeit die Medien thematisch auf eine Schulleiterin einer Werksrealschule in Horb stürzten. Diese forderte, dass bauchfreie T-Shirts, Hotpants und andere knappe Kleidung nichts in der Schule zu suchen hätten. In einem Elternbrief hatte die Schulleiterin angekündigt, dass solche Kleidung nicht mehr gestattet werde und bei einem Verstoß gegen die Kleiderordnung, müssten die ÜbeltäterInnen dann zwangsweise große T-Shirts überziehen.

Aber auch über einen Leserbrief eines Vaters diskutierten wir ausgiebig. Dieser stellte die Frage, ob seine 5 jährige Tochter nackt am Strand herum laufen dürfe oder ob dies schon zu anstößig sei. Schlimmer noch, er fragte sich, ob er damit der Pädophelie Vorschub leisten würde.

Zum Schluss erörterten wir die Idee, ob es sinnig wäre, Schuluniformen einzuführen.
Hier wären wir ganz gespannt auf eure Meinung. Die ihr uns bitte in den Kommentaren hinterlassen könnt. Danke schon einmal hierfür.

Wie immer war zumindest uns die Zeit sehr kurzweilig. Hoffend dass ihr ähnlich empfindet, wünschen wir euch viel Spaß beim Hören.