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Aus der Rubrik: Jeder kann was!

Dialog von heute:

Person A: Aber jeder kann was!

Person B: Stimmt! Käse kann schimmeln. Und was kannst Du?

(Immer hübsch positiv bleiben!)

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Inklusion aus systemischer Sicht

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Beim Betrachten der Inklusion wird man ihr mit einer eindimensionalen Betrachtungsweise nicht gerecht. Was würde die Inklusion wohl sagen, wenn man sie fragen würde, wie es ihr heute geht?
Ein möglicher Dialog:
Interviewer (Int): Liebe Inklusion, du bist ja in der Schule angekommen. Wie geht es Dir heute?
Inklusion (Ins): Ich weiß nicht so genau. Ich weiß gar nicht so recht wer ich bin, wie soll ich da wissen, wie es mir denn geht?
Int: Was würde denn der Schulleiter der kleinen Grundschule in Kleinkleckersdorf sagen, wie es Dir geht?
Ink: Der kennt mich doch gar nicht!
Int: Aber die Schulleiterin der großen Hauptschule, die im sozialen Brennpunkt steht, die kennt dich?
Ink: Ja, aber die mag mich nicht. Die versucht mich in einige Klassen abzuschieben. Ich will aber in allen Klassen sein. Aber die Klassen sind alle so voll, deshalb will die mich da nicht haben. Das macht mich voll traurig!
Int: Toll finde ich, dass Du schon in einigen Klassen bist!
Ink: Da bin ich zwar, aber wie oft die Eltern von den Kindern in der Klasse über mich schimpfen. Die Lehrerinnen und Lehrer haben auch immer wieder etwas an mir auszusetzen. Sie sagen ich bräuchte größere Räume und ein Lehrer würde nicht reichen, damit ich in der Klasse bleiben kann. Die einen störe ich beim Lernen, die anderen brauchen viel mehr Unterstützung als sie durch mich bekommen können. Das macht mich auch voll traurig.
Int: Auf einer Skala von 0 – 10: Wie gern bist Du in der Schule? 0=gar nicht/ 10=sehr gern?
Ink: Das hängt echt von der Schule ab. Im Durchschnitt vielleicht 3-4?
Int: Wenn eine gute Fee käme, was würdest Du Dir von ihr für Hilfe erhoffen?
Ink: Einen Goldesel für alle Schulen. Dann könnten die für mich alles kaufen, was ich brauche, um in jeder Klasse sein zu können.
Int: Liebe Inklusion, vielen Dank für das Gespräch!

Im Krankenhaus kann es auch lustig sein…(I)

krankenhaus

Wer glaubt, dass Krankenhäuser Orte des ausschließlichen Elends sind, der täuscht. Es passieren Dinge, die das Leben durchaus erfreuen. Geradezu erfrischend und erheiternd sind teilweise die Anekdoten und Dialoge, die sich zutragen. So wie dieser Dialog zwischen einer Patientin und Arzt:

Arzt: „Hallo Frau XY, sie bekommen dann heute noch eine Impfung!“

Frau XY (runzelt die Stirn): Warum bekomme ich denn noch eine Impfung? Wogegen denn?“

Arzt: „Da bei Ihnen durch den Unfall bedingt die Milz entfernt werden musste, brauchen sie eine Impfung!“

Frau XY (entsetzt und mit panisch schriller Stimme): „Wieso ist denn die Milz nicht mehr da?!!! Mir wurde doch gesagt, dass sie gerettet werden konnte!“

Arzt (runzelt nur kurz die Stirn und wirft einen Blick in die Patientenakte): „Ach, da hab ich mich vertan, natürlich haben sie ihre Milz noch. Das war ein anderer Patient!“

Frau XY: „Sind sie sicher? Brauche ich also keine Impfung?“

Arzt (lächelt): „Nein, keine Impfung!“

Dialoge, die die Welt nicht braucht, aber immer wieder heraus posaunt

geduldige Frau

Pünktlich zum Jahresabschluss befand ich mich da, wo es viele andere Menschen ebenfalls hinzog: Im Supermarkt meines Vertrauens. Genauer: Am Leergutautomaten. Mal ganz davon abgesehen, dass sich hier Studien über das Trink- und Sortierverhalten der Mitmenschen anfertigen ließe, wird man gezwungenermaßen hin und wieder Zuschauer eines Kammerspiels. Manchmal auch eines Trauerspiels (Melodram, Drama, Komödie, Thriller….) je nach dem zu welcher Uhrzeit man sich anstellte oder wer vor einem stand. Welche Bewertung man der gebotenen Vorstellung zukommen lässt, hängt entscheidend von der eigenen Befindlichkeit und dem Zeitmanagement ab, dem man unterliegt. In meinem Fall waren beide Ausgangslagen perfekt. Ich hatte Zeit und war guter Laune. Aus diesem Grund blickte ich dem vor mir stattfindenden Trauerspiel gelassen entgegen. Vorhang auf:
Eine Familie geht Einkaufen
Sie: Ende zwanzig, hübsch, sportlich elegant gekleidet, gepflegte Erscheinung.
Er: Mitte dreißig, Hemd, Jacket, Brille (Horn=intellektuell), gepflegte Erscheinung.
Die Kinder: ca. 3 und fünf Jahre alt, entzückend.
Szene: Vor dem Leergutautomaten. Der Einkaufswagen ist mit Leergutkisten (Wasserflaschen aus Glas) gefüllt. Jemand mit viel Geschick hat es geschafft mehrere Kisten übereinander zu stapeln. Erstaunlicherweise passt noch ein Kind zwischen Kistenturm und Wagenrand. Das andere Kind steht auf einer Ablage des gleichen Einkaufswagens, die Nase über den Griff geschoben. Dich neben der Kindernase befinden sich die Hände der Mutter, die, nicht ohne Mühe, das Fahrzeug Richtung Leergutautomaten bewegt. Angeführt wird die Prozession durch den Mann, der hilfreich den Weg weist. Dabei hat er beide Hände frei, schließlich hat er an der Verantwortung für das Leergut genug zu tragen. Vielleicht ist das der Grund für seinen genervten Gesichtsausdruck. Er ist vor seiner Frau am Automaten. Als auch sie den Automaten erreicht, übernimmt der Herr das Geschehen. Er nimmt jede Flasche einzeln aus der Kiste und schiebt sie in den Automaten. Bei der neunten passiert es:
Er (hält seiner Frau die Wasserflasche vor das Gesicht. Es ist deutlich sichtbar, es ist noch ca. ein Drittel Wasser in der Falsche): Wie kann das denn schon wieder passieren?
Sie (zuck die Schultern).
Er (schüttelt den Kopf): Was das für eine Verschwendung ist! Da musst Du besser aufpassen!
Sie: Das kann doch mal passieren….
Er: Ja, ja. Das kann mal passieren…..
Dann drückt er auf den Automaten und der Bon kommt heraus.
Sie (genervter Gesichtsausdruck): Warum drückst Du denn den Bon aus? Wir haben doch noch Kisten?!
Er (hebt eine Augenbraue und greift in den Wagen. Er hält eine noch eingepackte Kinderstrumpfhose hoch): Was ist das denn?
Sie: Keine Ahnung.
Er: Wo kommt die her?
Sie: Von mir jedenfalls nicht!
Er: Aber die muss doch irgendwie in den Wagen gekommen sein!
Sie: Ich habe sie nicht eingepackt!
Er schnaubt verächtlich und wendet sich den Flaschen zu, die einzeln im Automaten verschwinden. Sie wendet sich den Kindern zu
In Sorge um meine positive Gemütsverfassung verließ ich das Schauspiel. Ich wollte ihnen zurufen: Das Leben ist zu kurz für so etwas und im nächsten Jahr kann alles ganz anders werden….Aber: Das wäre im Fall der beiden wahrscheinlich gelogen.

Mitgehört: Ein Mann telefoniert

BlödkopfBlog

Es hat mich kein weiterer Waggon der deutschen Bundesbahn aus der Nähe gesehen. Zeugin des folgenden Dialogs durfte ich beim letzten Intermezzo “ Unternehmen Zukunft“ werden. Eigentlich war es ein Monolog – der sprechende Teil befand sich einige Plätze hinter mir, mit einem Handy bewaffnet. Der antwortende Teil befand sich irgendwo anders, mit dem Mann in meinem Zug verbunden, aber glücklicherweise außerhalb meiner Hörweite. „Ich brauchte so lange, um das Gehörte zu verarbeiten, deshalb kann ich es erst jetzt aufschreiben“ wäre eine fette Lüge. Ich hatte es verdrängt! Aber bei einem Kaffee unter Freundinnen, fiel es mir wieder ein. UND: Ich kann nichts für die Dialoge dieser Welt. UND: Ich habe mich nicht aufgedrängt, der Dialog kam zu mir!! Ungefragt, ich hätte gerne verzichtet, wurde aber nicht gefragt. Und: Der Dialog war nicht leise, im Gegensatz zum restlichen Zug. Unter den Mitfahrern und Mitfahrerinnen befanden sich außer dem telefonierenden Herrn nur Schweiger und Schweigerinnen. Was zu erwarten gewesen war. Genau genommen hätte keiner diesem Telefonat beiwohnen dürfen. Schließlich befand ich mich im 1. Klassenabteil der Deutschen Bundesbahn. In dem Teil, den einige Hinweisschilder mit durchgestrichenen Handys zierten. Den Mann, der einige Sitze hinter mir das Telefonat begann, hatte es übersehen oder es war ihm egal. Das Resultat war das Selbe. Ich durfte mithören, ob ich wollte oder nicht.
Er: „Hi Bernd.“
Er: „Ne, ich bin schon auf dem Rückweg. Ne, das war nichts.“
Er: „Hübsch. Eigentlich ganz hübsch. Die ist wirklich sehr nett gewesen. Wirklich richtig nett. Echt jetzt. Aber, die ist mir zu knabenhaft. An der ist mir zu wenig dran.“
Ich nutzte die Redepause des Herren, um mich umzuschauen, ob andere Mitfahrer sich ebenfalls gestört fühlten. Alles was ich sah waren leere Gesichter und ich beneidete sie um die Kopfhörer, die in ihren Ohren steckten. Ein iPad, Netbook oder PC vor sich auf Tisch oder Knie. Sie befanden sich nicht in meiner Welt, sondern in ihrer Welt oder wenigstens im Land der Medien. Nur ich war oldschool. Ich hatte nur etwas zu lesen dabei. Immerhin auch einen elektronischer Reader (bis vor zwei Monaten hätte ich noch bedrucktes Papier in Händen gehalten), aber auch an diesem elektronischen Lesegerät ließen sich keine Kopfhörer anschließen. Was ich zunehmend mehr als bedauerlich empfand.
Er: „Ja klar, wir waren essen. War toll. Echt netter Abend.“
Er:“ 34. Sieht wirklich super aus. Aber ich brauch es mit mehr dran. Ich kann mit so Mageren nichts anfangen. So flach ist nichts für mich. Lieber üppig. Und bei Dir?
Er: „Natürlich hast Du Dir das verdient. Du hattest super Verkaufszahlen im letzten Quartal. Klar, dass Du die Sonderzulage bekommst und nicht er.
Er hat ja auch einfach…“
An dieser Stelle manövrierten sich der Mann hinter mir und unsichtbarer Bernd in eine Endlosschleife. Sie machten verbalen Schulterschluss gegen einen Herren, der offenbar im gleichen Unternehmen tätig war, namentlich jedoch nicht genannt wurde. Der Inhalt lässt sich schnell zusammenfassen: Der Mann und Bernd waren toll, der andere nicht. Dies wurde wiederholt an Verkaufszahlen, Präsentationen bei Meetings und seiner Erscheinung festgemacht. In wechselnder Reihenfolge. Wie man damit 28 Minuten Telefonat füllen kann, bleibt rätselhaft. Dem ungewollten Zuhörer erlaubte diese Endlosschleife jedoch gedanklich auszusteigen. Ich bin kein Hirnforscher, aber wenn immer wieder gleiche Vokabeln fallen, scheint das Hirn sich selbst abzustellen, weil es klug ist und weiß: „Da ist nichts Neues zu erwarten!“ Vermute ich. Aus der Schule kenne ich ähnliche Effekte.
Alles hat jedoch ein Ende, selbst dieses Telefonat. Als ich mich zu den sanitären Anlagen aufmachte, musste ich am telefonierenden Mann vorbei. Er hatte sein Handy mittlerweile eingepackt. Ich betrachtete ihn ausgiebig und nur in meiner Gedankenwelt blieb ich vor ihm stehen, um ihm zu sagen, dass sein Bauch sicherlich ausreichend ist, um die fehlenden Kurven der besagten netten Frau auszugleichen. Aber, dass daraus sicherlich nichts werden wird, weil er offenbar nicht nur einen unnetten Charakter hat und ziemlich oberflächlich zu sein scheint, sondern schlicht und ergreifend zu alt ist. Welche Vierendreißigjährige möchte etwas mit einem Mann haben, der mindestens zwanzig Jahre älter ist und somit ihr Vater sein könnte? Selbst wenn er nur danach aussieht. Da hilft es wenig, wenn der Herr sich selbst jeden Morgen vor dem Spiegel in Pose schmeißt und sich mit eingezogenem Bauch für einen Prachtburschen hält – was ich ebenfalls vermute, denn was dieser Unsympath vor seinem Spiegel treibt, entzieht sich glücklicherweise meiner Kenntnis.
Im wahren Leben ging ich einfach weiter. Meine gute Erziehung siegte und ich behielt meine Gedanken für mich. Bis jetzt.

Männlein oder Weiblein?

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Mutter und Tochter am Abendbrottisch:
Tochter: Findest Du, dass ich männliche Eigenschaften habe?
Mutter: Was meinst du?
Tochter: Na, ob ich etwas männliches an mir habe.
Mutter schweigt, um Zeit zu gewinnen.
Tochter: Bist Du eingeschlafen?
Mutter: Nein, ich frage mich was Du meinst und denke nach… Also ich glaube, dass Frauen meistens emphatischer sind, als Männer und dass…
Tochter unterbricht ihre Mutter: Das meine ich nicht.
Mutter: Was denn dann?
Tochter: So Gesten oder Handbewegungen. Wirke ich männlich?
Mutter: Nein. Aber Du hast etwas, das dem männlichen Revierverhalten in der Tierwelt nahe kommt, wenn Du am Tisch sitzt. Wenn Du am Tisch sitzt, dann machst Du Dir erstmal Platz und steckst Dein Revier ab.
Tochter grinst: Ich mache nur Platz, wenn ich keinen habe.
Mutter grinst und schweigt.
Tochter: Sag mal, habe ich etwas männliches an mir?
Mutter: Du benimmst Dich am Tisch manchmal wie Dein Vater. Deshalb erinnerst Du mich manchmal an ihn. Und da er ein Mann ist, wirkt das was Du tust eher männlich.
Auch wenn das Gespräch sich noch turbulent entwickelte, blieb ich gedanklich bei der Frage: Männlein oder Weiblein? Die Tischmanieren des Vaters stufte ich männlich ein. Da sie von einem Mann bereichernd an die Umwelt weitergegeben wurden. Allein bei der Betrachtung des Themas Gesten. Frau und Mann, welche Gesten unterscheiden sie? Sofort stellte sich die Frage ein: Welche entspringen der eigenen Sozialisation und welche sind genetisch? Wenn bestimmte Gesten und Verhaltensweisen aber nur erworben sind, kann man sie dann überhaupt noch als weiblich und männlich definieren? Lernen wir von klein auf über „Abgucken“ wie ich mich als Frau und Mann zu verhalten habe? Oder ist mir vieles davon in die Wiege gelegt worden? Fragen über Fragen. Habt ihr Antworten?

Beim Arzt

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Wer kennt nicht das Ausharren im Wartezimmer einer Arztpraxis. Dabei hört man so Einiges. Ob man will oder nicht. So auch folgenden Dialog:

Frau: „Ich hätte gern einen Termin. Ich war noch nie hier.“

Arzthelferin: „In Ordnung.“

Frau: „Ich habe einen Waschzwang, also ich wasch mich auch regelmäßig.“

Arzthelferin: „Das ist gut. Nächste Woche Mittwoch um 16 Uhr!“