Schlagwort-Archive: Deich

Nur noch ein Kapitel…

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dann ist das Kinderbuch von und mit der kleinen Elfe, die am Watt wohnt und nicht länger in Deichhöhlen wohnen will, fertig. Das müsste mich mit Freude erfüllen, denn ich habe viel Zeit mit der kleinen Wattenmeerelfe verbracht, damit das Buch über sie fertig wird. Mit Ihr habe ich den Deich erkundet, das Meer und das Watt genossen. Wir haben über die Deichhöhlen geschimpft und zusammen nach Alternativen gesucht. Mit ihr bin ich an der Küste in Gummistiefeln durch den Schlick geschlittert – dem Regen zum Trotz. Höhen und Tiefen haben wir zusammen durchgestanden. Ich habe versucht die Wattenmeerelfe vor Gefahren zu bewahren (soweit möglich), mit ihr nach neuen Wegen gesucht (wenn diese vorhanden waren) und ihr immer wieder ihre Mütze gereicht, wenn sie diese benötigte. Wenn sie wieder mal bis zum Hals im Schlamm steckte, habe ich sie herausgezogen. Wenn mich der Möwendreck traf, haben wir zusammen gelacht, bis die Tränen das Meer zum Überlaufen brachten. Das war schön, auch wenn wir dann Ärger bekamen, mit wem wird nicht verraten.

Während ich ihr Leben gezeichnet habe, hat sie meins auf den Kopf gestellt. Nun haben wir nur noch ein Kapitel zusammen. Die Zeit bis hierhin war schön. Ich habe sie in mein Herz geschlossen. Drei Mal feste schlucken soll helfen. Wie traurig können Wattelfen werden? Trauriger als Menschen? Aber ein Ende führt, wenn man Glück hat, zu einem neuen Anfang. Wenn die Elfe Lust hat, gibt es vielleicht noch ein Buch. Ich frag sie mal…

mutze

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Das Leben hat zugeschlagen! Am Strand

Panorama Norden Norddeich
Das Leben hat wieder zugeschlagen. Erwischt hat es mich am niedersächsischen Wattenmeer.
Am schönen Strand von Norden, der gut sortiert (Hundestrand: links, Drachenwiese: rechts, Menschen ohne Vorlieben: Mitte) ist, fanden sich überall, gut sichtbar für jeden Mann und jede Frau, Schilder. Auf diesen wurden die Hundebesitzer darauf hingewiesen, dass die Hundekittel bitte in Tüten verpackt werden sollen. So weit so gut. Gute Idee, denn Hunde gab es einige.
Da ich noch unschlüssig war, auf welche Seite des Strandes ich gehörte, zog ich es vor, mich auf den Deich zu setzen. Dort blieb ich. Wegen der Aussicht, der Faulheit wegen oder weil ich mich so schwer zuordnen kann – ich weiß es nicht. Als zehn Meter von mir entfernt ein Hund sein Geschäft erledigte und sein Besitzer den Unrat direkt in zwei dunkle Hundekottüten – es war eine Menge Unrat – verstaute, atmete ich erleichtert auf. Toll wie das hier klappt, dachte ich.
Einige Stunden später, trat ich den Rückweg an. Als ich auf der anderen Seite des Deichs eine zusammengeknotete Hundekottüte auf der Wiese liegend entdeckte, kam mir der Hundebesitzer in den Sinn. Hatte er den Weg zum Mülleimer nicht geschafft? War es ein anderer Hundebesitzer? Macht es Sinn die Hundehaufen in Tüten auf der Wiese auszulegen? Selbst wenn es biologisch abbaubare Tüten sind? Wahrscheinlich hätte auf dem anfangs erwähnten Schild als letzter Satz noch stehen müssen: „….und werfen sie die Tüte in den Mülleimer!“ Jemanden darauf hinzuweisen, dass der Kot in die Tüten gehört reicht offensichtlich nicht – es muss ebenfalls das Endlager bestimmt werden. Sonst landet der Unrat da, wo er immer gelandet ist: Auf der Wiese vorm Haus oder in diesem Fall auf dem Deich.

Tage am Meer

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Es gibt Tage an denen befindet man sich in absoluter Ruhe im Einklang mit der Natur und sich selbst. Und dann gibt es die anderen Tage. Die Tage, die sonst da sind. Die Tage, an denen nichts funktioniert, ständig irgendetwas erledigt werden muss oder Bedürfnisse erfüllt werden wollen.  Während die Tage mit den Aufgaben ansonsten meinen Alltag füllen, durfte ich in den letzten 48 Stunden in den Genuss der ersteren Tage kommen. In Einklang mit der Natur (das Meer!) war die Ruhe gut zu mir. Ein Hoch auf Ostfriesland!!

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Begegnung IV oder: Spickzettel über das ICH

Füller

Es war Monate her, seit sie ihn allein mit ihrem Brief zurück gelassen hatte. Den Brief, den er seit dem immer wieder in den Händen gehalten hatte, war kurz. Aber dafür nicht weniger schmerzhaft. Sie hatte das gemeinsame Leben verlassen. Seit dem war er allein. Allein mit sich und dem gemeinsamen Leben. Beides hatte nichts mit ihm zu tun. Weder er selbst noch dieses Leben. Nur was mit ihm zu tun hatte, das hatte er vergessen. Wer hätte denn ahnen können, dass man am Anfang einer Ehe einen Spickzettel über sich selbst anlegen musste? Überschrift: Betriebsanleitung des Ichs. Er zerbrach sich den Kopf darüber, was auf seinem Spickzettel wohl gestanden haben könnte. Was waren denn seine Eigenheiten gewesen, die unverwechselbar zu ihm gehört hatten? Die Zeit verging. Tag für Tag saß er in seinem Sessel und versuchte diesen Spickzettel nachträglich für sich zu verfassen. Besser spät als nie! Wer wusste denn schon, was da noch alles auf ihn warten würde und es war immer gut etwas in Händen zu halten, wenn Krisen auf einen lauerten. Es vergingen mehrere Tage, an denen er die einzigen zwei Worte auf dem Zettel anstarrte, als wären sie seine Feinde. Sie wollten sich einfach nicht vermehren. Es blieben zwei Begriffe: Fußball und Rheinischer Sauerbraten. Aber beide zählten nicht wirklich. Denn beides liebte er heute wie damals. Aber was hatte er denn sonst noch schon immer geliebt? Immer wenn er einem Gedanken zum Greifen nah war, flutsche er ihm wieder davon. Dem Gedanken habhaft zu werden, war unmöglich. Er war wie das Stückchen Eierschale, das man versuchte aus einem aufgeschlagenen Ei mit bloßen Fingern zu fassen zu bekommen. In seinen Gedanken schob sich seine Frau immer wieder in den Vordergrund. Sie überlagerte alles, obwohl sie gegangen war. Sie bestimmte alle seine Facetten des Lebens.
Er starrte auf seinen Zettel: Fußball und Sauerbraten. Fußball und Sauerbraten. Fußball und Sauerbraten. Sauerbraten, Sauerbraten, Sauerbraten…er hatte Hunger auf Rheinischen Sauerbraten. Erst in diesem Moment wurde ihm bewusst, dass er in den letzten Wochen nur das gegessen hatte, was noch da gewesen war. Alle Vorräte waren aufgebraucht. Es gab weder eingefrorene Mahlzeiten noch irgendetwas anderes Essbares im Haus. Er musste einkaufen gehen, etwas was er schon lange nicht mehr gemacht hatte. Er würde sich Rheinischen Sauerbraten machen. Alle Gedanken drehten sich nur noch darum. Er wusste, wo die Kochbücher seiner Frau standen. Offensichtlich hatte sie nicht vor in ihrem Leben nochmal Zeit mit Kochen zu verbringen, denn sie hatte alle Bücher im Regal stehen lassen. Er schaute auf die Buchrücken und griff instinktiv nach einem alt aussehenden Buch, ohne die Aufschrift gelesen zu haben. Als er es aufschlug, hielt er inne und betrachtete fasziniert seinen eigenen Namen, der die Innenseite des Buches in sauberer Schreibschrift zierte. Es war die Handschrift seines Vaters, der in ebenso gleichmäßiger Schrift ihm die Widmung Viel Spaß beim Kochen hinterlassen hatte. Er schaute das Buch an und eine Fülle an Erinnerungen fluteten augenblicklich seinen Körper. Er konnte es in allen Zellen spüren. Kochen war früher seine Leidenschaft gewesen. Das waren seine Kochbücher, die dort im Schrank standen. Deshalb hatte seine Frau sie da gelassen. Wie hatte ihm das entfallen können? Er holte seinen Zettel raus und ergänzte die zwei Wörter mit Kochen. Mit roten Wangen schrieb er schnell einen Einkaufzettel und machte sich auf den Weg.
Mit vollen Einkaufstaschen betrat er einige Zeit später den Hausflur. Er stellte die Taschen ab und öffnete den Briefkasten. Es lag ein einzelner Brief darin und er erkannte ihre Handschrift auf Anhieb. Schnell schloss er den Briefkasten. Nachdem er die Einkäufe in der Küche verstaut hatte, nahm er sich erneut seinen Zettel und schrieb Berge darauf. Auf dem Weg zum Supermarkt hatte ihn ein Plakat im Schaufenster eines Reisebüros angelächelt. Er hatte das Alpenpanorama liebevoll betrachtet und erinnerte sich, dass er oft Wandern und Klettern gegangen war, bevor seine Frau in sein Leben getreten war. Als er die Küche betrat und sich einen Tee gemacht hatte, der ihn beim Kochen begleiten sollte, stellte er das Radio an. Schnell hatte er den Sender mit der klassischen Musik gefunden. Erst dann konnte er mit dem Kochen beginnen. Nicht ohne vorher noch klassische Musik auf seinen Spickzettel zu schreiben. Seine Frau hatte ausschließlich Schlager beim Kochen gehört. Er hatte die Küche gemieden. Nicht nur deswegen. Sie wollte ihn nicht in der Küche haben. Küche war Frauensache, war ihre Meinung gewesen. Er hatte das schade gefunden, aber ihr diesen Wunsch erfüllt. Die Schlager hatten es ihm erleichtert die Küche zu meiden. Dann war er nur noch mit kochen beschäftigt, bis er denn leckersten Sauerbraten seines Lebens zubereitet hatte und diesen genussvoll allein am Küchentisch verzehrte. Als er fertig war, spürte er etwas wie Glück in sich. Diesem zarten Gefühl grätschte die Erinnerung an ihren Brief dazwischen. Er erhob sich schwerfällig, seufzte und ging zum Briefkasten. Danach saß er einige Zeit am Küchentisch, den ungeöffneten Brief in den Händen haltend. Im Hintergrund lief irgendein ihm unbekanntes Klavierkonzert. Er öffnete den Brief. Wieder war seine Frau sehr sparsam mit Worten umgegangen. Kurz schoss ihm durch den Kopf, dass es schade um das Papier war. Er las ihre Nachricht aufmerksam. Sie bat um ein Treffen. Nicht irgendein Treffen. Es sollte eine Wiederholung ihrer ersten Begegnung werden, in der U-Bahnstation. Sie wollte diese Begegnung wiederholen. Noch einmal spüren, wie es war, als die Liebe zueinander durch einen einzigen Blick entfacht worden war. Sie hatte ihm den Tag und die Uhrzeit genannt. Alles andere würde sich an der Haltestelle finden, da war sie sich sicher. Sie wollte ihn zurück, den Mann, den sie damals kennengelernt hatte. Dann war der Brief zu Ende. Als er aufstand, um sich einen weiteren Tee zu machen, warf er den Brief in den Papierkorb. Es gab ihn nicht, den Mann, den sie wiederhaben wollte. Welchen Mann es gab, würde er für sich herausfinden. Er griff nach seinem Spickzettel und schrieb Optimist.

Großartige Elfen-Paten in der Winterzeit

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Hier hat sich ein Elfenpate größte Mühe gegeben, um einen passenden Unterschlupf für seinen Wintergast bereit zu stellen. Der Ministrandkorb ist innen hohl und kann von der Wattenmeerelfe hervorragend als Winterunterschlupf eingerichtet und genutzt werden. Er ist kältebeständig und aufgrund seiner geringen Größe (10 cm x 15 cm) findet er überall Platz. Als Pate braucht man den Strandkorb nur noch im Keller aufstellen und schon wird sich die Wattenmeerelfe heimisch fühlen. Liebevoller kann man seinen Keller wohl kaum für die Elfen ausstatten. Ein großes Dankeschön an den Paten, der diesen Winterunterschlupf für die Wattenmmeerelfen entdeckt hat!

Für alle die ebenfalls ein Herz für Wattenmeerelfen haben, auch Wattenmeerelfen-Pate werden möchten oder sich vorstellen können, eine Wattenmeerelfe in der Winterzeit zu beherbergen:

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